Ein Überblick über die Bereiche, in denen sich für mich bewusstes Leben zeigt – und eine ehrliche Frage an dich selbst.
Bewusst leben ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann behält. Es zeigt sich in vielen kleinen Bereichen des Alltags gleichzeitig: darin, wie du entscheidest, wie du mit deiner Zeit umgehst, wie du Beziehungen gestaltest, wie dein Zuhause sich anfühlt, wie du arbeitest.
Ich habe für mich selbst eine Art Landkarte zusammengestellt. Kein Test mit Punktzahl, keine Checkliste zum Abhaken um des Abhakens willen. Eher eine Sammlung von Sätzen, an denen ich merke, wo ich gerade stehe.
Bewusst zu leben heißt für mich dabei nicht, nur das zu tun, was leicht oder angenehm ist. Auch Verantwortung und Kompromisse können bewusste Entscheidungen sein.
Wenn du dich zunächst fragst, was bewusster leben im Alltag überhaupt bedeuten kann, findest du im Artikel „Bewusster leben ab 40: Warum Funktionieren auf Dauer nicht reicht“ meinen persönlichen Ausgangspunkt dazu.
| Für dich, wenn … … du dir einen ehrlichen Überblick wünschst, wo du in deinem Leben schon bewusst entscheidest, und wo du eher automatisch funktionierst. |
Mit dir selbst
- Ich weiß, was mir wirklich wichtig ist.
- Ich kenne meine Werte.
- Ich treffe Entscheidungen, die zu meinem Leben passen, nicht nur zu den Erwartungen anderer.
- Ich bemerke, wenn ich nur funktioniere.
- Ich nehme meine Bedürfnisse ernst.
- Ich gönne mir Pausen, bevor ich völlig erschöpft bin.
- Ich frage mich regelmäßig: „Will ich das eigentlich?“
Lesetipp: Wenn du bei diesem Bereich unsicher wirst, passt dazu der Artikel „Werte finden: Wie du herausfindest, was dir wirklich wichtig ist“.
Im Alltag
- Mein Kalender entspricht meinen Prioritäten.
- Ich sage auch einmal Nein.
- Ich muss nicht jede freie Minute produktiv nutzen.
- Ich plane bewusst Zeit für mich ein.
- Ich kaufe nicht nur aus Gewohnheit oder Frust.
- Ich gehe achtsam mit Geld um.
- Ich nutze mein Handy bewusst statt automatisch.
Lesetipp: Bewusster leben ab 40: Warum Funktionieren auf Dauer nicht reicht
Körper und Gesundheit
- Ich achte darauf, was mir körperlich guttut.
- Ich esse nicht nur nebenbei oder aus Gewohnheit.
- Ich bewege mich auf eine Weise, die zu meinem Alltag und meinem Körper passt.
- Ich nehme Erschöpfung, Unruhe oder Anspannung wahr, statt sie dauerhaft zu übergehen.
- Ich bewerte meinen Körper nicht nur danach, wie er aussieht, sondern sehe auch, was er täglich für mich leistet.
Beziehungen
- Ich übernehme nicht automatisch jede Verantwortung.
- Ich setze Grenzen ohne schlechtes Gewissen.
- Ich spreche ehrlich über das, was mich beschäftigt.
- Ich verbringe Zeit mit Menschen, bei denen ich ich selbst sein kann.
Lesetipp: Paarzeit Ideen ab 40: Kleine Rituale für mehr Nähe im Alltag
Zuhause
- Mein Zuhause unterstützt mich, statt mich zu belasten.
- Ich besitze Dinge, die mir wirklich etwas bedeuten.
- Ich gestalte Räume nach meinem Leben, nicht nach Trends.
Lesetipp: Mehr dazu, wie eng Zuhause und Lebensphase zusammenhängen, im Artikel „Passt dein Zuhause noch zu der Frau, die du heute bist?“
Beruf
- Meine Arbeit passt zu meinen Werten.
- Ich kenne den Unterschied zwischen Erfolg und Erfüllung.
- Ich darf meinen eigenen Weg gehen.
- Ich darf auch im Beruf ich selbst sein.
Mit dir selbst als Mensch
- Ich muss niemandem etwas beweisen.
- Ich kenne meine Grenzen.
- Ich akzeptiere, dass sich meine Wünsche verändern dürfen.
- Ich frage mich häufiger: „Was brauche ich gerade?“ statt „Was erwarten andere?“
✦ Diese Liste ist kein Zeugnis. Sie zeigt dir nur, wo du gerade stehst, nicht, wo du stehen müsstest.
Wenn du merkst, dass dein Alltag vor allem aus Erledigen, Tragen und Reagieren besteht, findest du in „Ich funktioniere nur noch – kennst du diesen Moment?“ einen sehr persönlichen Blick auf diesen Zustand.
Wo ich selbst noch aus meiner Klarheit herausfalle
Ich stelle mir diese Frage manchmal selbst: Was würde ich einer Frau raten, die genau da steht, wo ich gerade stehe?
Bei mir kommt dann einiges zusammen. Ich würde ihr sagen, dass Klarheit bei mir selten plötzlich kommt, sondern beim Schreiben, Nachdenken und Ausprobieren entsteht. Dass nicht jede Entscheidung absolut richtig sein muss. Dass sie ihre Energie genauso ernst nehmen darf wie ihre Zeit. Dass sie aufhören darf, ständig zu prüfen, ob sie schon „gut genug“ ist.
Genau an diesem letzten Punkt falle ich selbst noch am häufigsten aus meiner eigenen Philosophie heraus. Ich lebe schon recht bewusst. Was mir eher schwerfällt, ist, diesem Bewusstsein auch zu vertrauen, ohne es ständig noch einmal zu prüfen.
Vielleicht kennst du das auf deine eigene Art. Nicht unbedingt bei einem Artikel oder einem Projekt wie bei mir, aber bei etwas anderem: einer Entscheidung, die du längst getroffen hast und trotzdem noch einmal hinterfragst. Einem Gefühl, dem du eigentlich schon vertraust, bei dem du aber trotzdem noch eine zweite Meinung hinzuholst. Einer Grenze, die du gesetzt hast und im Nachhinein doch wieder relativierst.
Was wäre bei dir dieser eine Punkt, an dem du am häufigsten aus deiner eigenen Klarheit herausfällst?
Häufige Fragen zum bewussten Leben
Muss ich in allen Bereichen gleichzeitig bewusst leben?
Nein. Die Bereiche hängen aus meiner Sicht zusammen, aber die wenigsten von uns sind in allen Bereichen gleich weit. Es reicht, ehrlich hinzuschauen, wo du gerade stehst, ohne Anspruch auf ein vollständiges Bild.
Was, wenn ich bei vielen Punkten merke: Das trifft nicht auf mich zu?
Das ist kein Urteil, sondern eine Bestandsaufnahme. Vielleicht zeigt sie dir, in welchen Bereichen du deinen eigenen Bedürfnissen gerade wenig Raum gibst oder bewusster hinschauen möchtest. Das ist ein Ausgangspunkt, kein Grund zur Sorge.
Warum fällt es gerade Frauen ab 40 oft schwer, bewusst zu leben?
Manche Frauen stellen ab 40 fest, dass sie über Jahre viel Verantwortung getragen und eigene Wünsche dabei immer wieder zurückgestellt haben. Dann kann es schwieriger werden, noch klar zu erkennen, was ihnen heute selbst wichtig ist.
Wie fange ich an, wenn mir alles auf einmal zu viel erscheint?
Ein guter Anfang ist ein einzelner Bereich, nicht alle gleichzeitig. Wähle den Abschnitt, der dich beim Lesen am meisten berührt hat, und beginne dort.
Fazit
Ein bewusstes Leben bedeutet nicht, alles richtig zu machen. Es bedeutet, immer häufiger Entscheidungen zu treffen, die sich für dich stimmig anfühlen.
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Und falls du herausfinden möchtest, wo du gerade eher gegen dich als für dich entscheidest, kannst du hier in wenigen Minuten einen ersten Blick darauf werfen:
Selbsttest „Entscheidest du gegen dich?“
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Deine Kerstin






