Selbstführung

Zeit für mich im Sommer: Wie du dich selbst nicht wieder vergisst

27. Mai 2026

Sommerzeit = Ich-Zeit: Wie du dich selbst nicht wieder vergisst

Zeit für mich ist kein Luxus. Warum viele Frauen ab 40 sie sich trotzdem nur schwer erlauben – und was sich daran verändern lässt.


Selbstfürsorge im Sommer: Warum viele Frauen ab 40 sich selbst immer wieder streichen und was sich daran verändern lässt

Kennst du das? Der Sommer kommt, alle reden von Freiheit, Leichtigkeit, Zeit für sich – und du schaust auf deinen Kalender und fragst dich, wann da eigentlich Platz für „Ich-Zeit“ sein soll. Zwischen Familienplänen, Freundesterminen, Haushalts-Rückständen und dem schlechten Gewissen, das du so gut kennst, dass es sich schon wie ein alter Freund anfühlt.

Das ist kein Vorwurf. Das ist eine Beobachtung. Und ich begegne diesem Muster bei Frauen ab 40 immer wieder.

Sommerzeit sollte Ich-Zeit sein. Wäre das nicht, wenn man sich das mal ehrlich überlegt, ein absolutes Geschenk? Mehr Licht, mehr Wärme, mehr Möglichkeiten. Und trotzdem ist der Sommer für viele Frauen vor allem eines: noch mehr Verantwortung. Weil alle zu Hause sind. Weil Freizeitgestaltung auch irgendwie organisiert werden muss. Weil es ja allen gut gehen soll.

Nur dir selbst – das kommt irgendwie immer zuletzt.

Ich möchte heute mit dir darüber reden. Ehrlich, direkt, ohne Yoga-Klischees. Was es wirklich bedeutet, Selbstfürsorge zu leben. Wie du dir im Sommer echte Zeit für dich nimmst – ohne schlechtes Gewissen. Und warum das kein Luxus ist, sondern Notwendigkeit.

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Warum echte „Zeit für mich“ für viele Frauen so schwer zu finden ist

Lass mich direkt sein:

Vielleicht liegt es gar nicht daran, dass du zu wenig Disziplin hast oder deinen Alltag schlecht organisierst.

Vielleicht hast auch du früh gelernt, zuerst an die Bedürfnisse anderer zu denken. Und irgendwann wird daraus ein Automatismus.

Du bist vielleicht großartig darin:

▪️ Verantwortung zu übernehmen

▪️ mitzudenken

▪️ zu organisieren

▪️ für andere da zu sein

Aber sobald es um dich selbst geht, meldet sich innerlich sofort etwas wie:

„Das geht doch jetzt nicht.“
„Ich muss erst noch …“
„Später vielleicht.“

Nur kommt dieses Später oft nie.

Dann kann es passieren, dass sich selbst der Sommer irgendwann eher anstrengend als erholsam anfühlt.


Das Selbstfürsorge-Paradox

Das Verrückte ist:

Viele Frauen glauben, sie müssten erst alles schaffen, bevor sie sich Zeit für sich selbst erlauben dürfen.

Dadurch bleibt auf Dauer immer weniger Raum für Erholung, eigene Gedanken und innere Ruhe.

Selbstfürsorge ist kein nebensächlicher Luxus.
Sie kann dazu beitragen, langfristig präsenter und aufmerksamer mit den eigenen Kräften umzugehen.

Mit leerem Tank fährt kein Auto besonders weit. Das versteht jeder. Und trotzdem behandeln viele Frauen sich selbst genau so.

Viele Frauen wissen längst, was ihnen wichtig ist.
Sie entscheiden nur trotzdem oft anders.
Im Entscheidungs-Check kannst du einen ersten Blick darauf werfen, welche Muster deine Entscheidungen im Alltag möglicherweise beeinflussen.

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Mein persönlicher 08/15-Moment – oder als ich begriffen habe, was „Zeit für mich“ wirklich bedeutet

Ich habe in meinem E-Book „Die 0815-Frau“ über viele Wendepunkte in meinem Leben geschrieben. Und dieser ist mir besonders im Gedächtnis geblieben.

Es war ein ganz normaler Sommertag. Wirklich nichts Besonderes. Alle waren beschäftigt, das Haus war ruhig, und ich hatte – zum ersten Mal seit Wochen – tatsächlich ein paar freie Stunden.

Und weißt du, was ich getan habe? Ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet.

„Ich hatte frei – und ich habe mir selbst den Freizeitplan gestohlen. Weil ich nicht wusste, was ich mit mir anfangen sollte, wenn ich nichts leiste.“

Dieser Satz hat mich damals selbst erschreckt. Diese ernüchternde Erkenntnis: Ich hatte keine Ahnung, was mir Freude macht. Was mich wieder auffüllt. Was ich brauche. Ich hatte jahrelang so sehr funktioniert, dass ich mich selbst nicht mehr kannte.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Diesen seltsamen, leicht unangenehmen Moment, wenn Stille da ist – und du nicht weißt, was du damit anfangen sollst. Das muss kein Problem sein. Vielleicht ist genau das der Anfang.


Was Selbstfürsorge für mich heute wirklich bedeutet – und was nicht

Für meinen Geschmack wird Selbstfürsorge oft unnötig aufwendig dargestellt.

Selbstfürsorge ist nicht:

▪️ die perfekte Morgenroutine

▪️ teure Spa-Tage

▪️ Selbstoptimierung

▪️ 5-Uhr-Yoga-Challenges

▪️ dauerhafte Positivität

Selbstfürsorge bedeutet für mich heute etwas viel Einfacheres:

Zu merken, was du brauchst.
Und dich selbst ernst genug zu nehmen, es dir auch zu geben.

Manchmal ist das:

▪️ ein Spaziergang alleine

▪️ früher schlafen gehen

▪️ ein Nein ohne Erklärung

▪️ 20 Minuten Ruhe auf dem Balkon

▪️ ein ehrliches Gespräch

▪️ einfach mal nichts leisten

Selbstfürsorge kann bedeuten, zu wissen, was du brauchst, und dich selbst ernst genug zu nehmen, darauf zu reagieren. Auch wenn es unbequem ist. Auch wenn jemand anderes vielleicht wartet. Auch wenn das schlechte Gewissen flüstert. Und das ist manchmal viel schwerer.

Für mich entsteht Entspannung im Alltag nicht durch noch mehr Aufwand, sondern durch mehr Aufmerksamkeit.


Kleine Dinge, die mir persönlich helfen, wieder bei mir anzukommen

Zeit für mich am Teich, Selbstfürsorge

Ich brauche dafür keine ausgefeilte Routine. Mir helfen eher kleine Dinge, die meinen Alltag kurz unterbrechen und mich daran erinnern, dass ich nicht nur funktionieren muss.

Ein paar Gedanken aufschreiben

Wenn ich merke, dass ich mich selbst im Alltag aus dem Blick verliere, schreibe ich ein paar Gedanken auf. Keine perfekten Tagebuchseiten und keine lange Reflexion. Einfach das, was gerade da ist.

Was beschäftigt mich?
Was brauche ich?
Was möchte ich heute nicht auch noch schaffen müssen?

Allein diese Fragen helfen mir häufig, wieder klarer zu sehen.

Eine Tasse Tee ohne Nebenbei

Eine Tasse Tee klingt banal. Vielleicht ist sie das auch.

Für mich liegt der Unterschied darin, ob ich sie nebenbei trinke oder mich für ein paar Minuten bewusst hinsetze. Ohne Handy, ohne Aufgabe, ohne schon über den nächsten Punkt auf meiner Liste nachzudenken.

Einfach auf dem Boden sitzen

Ich sitze gern auf dem Boden. Nicht perfekt meditierend und ohne besondere Methode. Einfach ruhig.

Manchmal merke ich erst in diesem Moment, wie angespannt oder müde ich eigentlich bin. Nicht, weil das Sitzen etwas lösen muss. Sondern weil ich aufhöre, mich für ein paar Minuten abzulenken.

Eine kleine Ecke nur für mich

Eine Sache habe ich lange unterschätzt: wie sehr ich auf meine Umgebung reagiere.

Ich habe inzwischen eine kleine Ecke nur für mich. Nichts Besonderes. Ein ruhiger Platz mit wenigen Dingen, die ich mag.

Für mich bedeutet dieser Ort: Hier muss ich gerade nichts leisten. Ich darf einfach sitzen, schauen, lesen oder gar nichts tun.


5 Impulse, wie du dir diesen Sommer wirklich Zeit für dich nimmst

1. Schreibe eine Sommer-Wishlist nur für dich

Nicht die Familienplanung. Nicht die To-do-Liste.

Sondern:
Deine persönliche Liste. Was möchtest DU diesen Sommer erleben, spüren, ausprobieren?

Kleine Dinge reichen völlig.

Ein Café.
Ein Buch.
Ein Abend alleine auf dem Balkon.
Barfuß laufen.
Sonnenuntergang anschauen.

Schreib es auf.
Mach es sichtbar.


2. Zeit für mich – erkläre dich selbst zur Priorität – einmal pro Woche

Ein fixer Termin pro Woche. Nur für dich.

90 Minuten.

Nicht „wenn noch Zeit bleibt“.
Sondern bewusst geplant.

Das klingt banal. Aber genau dort kann sich etwas verändern: wenn deine Zeit nicht mehr nur das ist, was am Ende übrig bleibt.


3. Finde wieder heraus, was dir gut tut

Viele Frauen wissen das irgendwann gar nicht mehr.

Weil sie so lange nur funktioniert haben.

Deshalb:
Probiere diesen Sommer bewusst neue Dinge aus.

Ohne Druck.
Ohne Ziel.
Nur aus Neugier.
Mach Notizen. Was fühlt sich gut an? Was macht dich leichter? Was willst du wiederholen?

So lernst du dich und deine Bedürfnisse im Alltag wieder etwas besser kennen.


4. Übe ein Nein ohne Rechtfertigung

Das ist echt unbequem – und gleichzeitig mega befreiend.

Ein Nein braucht nicht immer eine lange Rechtfertigung.

Du musst nicht erklären, warum du dieses Wochenende nicht zum Grillen kommen kannst. Du musst nicht rechtfertigen, warum du heute einfach für dich sein willst. Ein Nein ohne schlechtes Gewissen ist für mich Selbstfürsorge in Reinform. Übe es einmal pro Woche. Einmal einfach Nein sagen – und dabei bleiben.


5. Nutze kleine Anker

Ein bestimmter Tee.
Eine Playlist.
Ein Platz auf dem Balkon.
Ein Spaziergang.
Ein bestimmter Duft.

Mir helfen kleine Rituale dabei, bewusster innezuhalten. Ein Anker ist eine kleine Handlung, die dir signalisiert: Jetzt bin ich bei mir. Finde deinen und nutze ihn.


Wenn du dir einen festen Rahmen für deine Zeit wünschst

Vielleicht möchtest du dir nicht nur vornehmen, öfter etwas für dich zu tun, sondern einen festen Rahmen dafür schaffen.

Ein Online-Yogakurs kann eine Möglichkeit sein, dir regelmäßig Zeit für Bewegung, Ruhe und bewusste Pausen zu nehmen, ohne Anfahrt und passend zu deinem eigenen Alltag.

Ich empfehle dir dafür einen Yoga-Präventionskurs, den du von zu Hause aus machen kannst.

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Laut Anbieter kann der Kurs bei vielen Krankenkassen zur Bezuschussung eingereicht werden. Ob deine Krankenkasse die Kosten übernimmt und in welcher Höhe, solltest du vor der Buchung direkt mit ihr klären.


Innere Ruhe im Sommer: Warum diese Jahreszeit auch anstrengend sein kann

Darüber wird aus meiner Sicht zu selten gesprochen:

Sommer bedeutet für viele Frauen nicht automatisch Entspannung.

Sondern:

▪️ mehr Erwartungen (Urlaub muss schön sein)

▪️ mehr Organisation (Badetag, Sonnenmilch, Wäsche, Picknick)

▪️ mehr soziale Termine (gemeinsame Grillabende)

▪️ mehr Vergleiche (Wohin gehts bei euch im Urlaub? In den Süden?)

▪️ mehr Lautstärke (So gut wie alles spielt sich draußen ab)

All diese Erwartungen können dazu beitragen, dass sich der Sommer trotz Sonne nicht automatisch erholsam anfühlt.

Und dabei wäre Sommer doch eigentlich die perfekte Zeit für innere Ruhe. Für Langsamkeit. Für Leichtigkeit. Für Entspannung. Für Selbstfürsorge ohne Ausrede.

Der Unterschied liegt nicht nur in den äußeren Umständen. Manchmal auch darin, ob du dir selbst überhaupt erlaubst, kleine Zeiten für dich einzuplanen.
Vielleicht fehlt dir nicht grundsätzlich die Bereitschaft, sondern bisher eine Form, die wirklich zu deinem Alltag passt.

Der Unterschied liegt oft nicht nur im Außen. Sondern darin, ob du dir selbst überhaupt erlaubst, wichtig zu sein.

Und wenn die Tage dann langsam kürzer werden, verändert sich oft auch das Bedürfnis nach Auszeit. In „Wenn der Sommer leiser wird“ findest du 15 kleine Rituale für einen bewussten Übergang in den Herbst.

Wenn du dich tiefer mit dem Thema Selbstführung im Alltag beschäftigen möchtest, findest du hier weitere Gedanken und Artikel dazu:
→ Selbstführung im Alltag für Frauen ab 40


Häufige Fragen rund um Selbstfürsorge und Zeit für mich

Wie viel Zeit für mich ist überhaupt realistisch?

Schon 15 Minuten können sich im Alltag anders anfühlen als gar keine bewusste Zeit für dich. Dabei kann Regelmäßigkeit hilfreicher sein als der Anspruch, es perfekt zu machen.


Warum fühlt sich Selbstfürsorge oft egoistisch an?

Vielleicht, weil du lange erlebt hast, dass Verantwortung und Verlässlichkeit besonders wichtig sind.

Das schlechte Gewissen bedeutet nicht automatisch, dass etwas falsch ist. Es kann auch bedeuten, dass eine Entscheidung für dich noch ungewohnt ist.


Was ist, wenn ich gar nicht mehr weiß, was mir gut tut?

Dann ist genau das vielleicht deine wichtigste Erkenntnis.

Nicht als Problem. Sondern als Einladung, dich selbst wieder kennenzulernen.


Fazit: Zeit für mich beginnt nicht irgendwann, sondern mit einer kleinen Entscheidung

Dieser Sommer ist eine Einladung. An dich. Von dir.

Die Einladung, aufzuhören, dich selbst ständig hinten anzustellen. Die Einladung, dich selbst als genauso wichtig zu behandeln wie alle anderen in deinem Leben. Die Einladung, herauszufinden, was du brauchst – und es dir zu geben.

Du musst nicht alles auf einmal verändern. Fang mit einer Sache an. Einem Spaziergang. Einem Morgen nur für dich. Einem Nein, das sich ungewohnt anfühlt.

Viele Frauen warten darauf, dass irgendwann „endlich Ruhe“ einkehrt.

Aber manchmal beginnt Ruhe genau dort, wo du aufhörst, dich selbst ständig zu verschieben.


Wenn du tiefer einsteigen möchtest:

→ Urlaub ohne innere Unruhe – geht das überhaupt?
→ Eigene Entscheidungen treffen – warum du dich dabei immer wieder selbst übersiehst
→ Bewusster leben ab 40: Warum Funktionieren auf Dauer nicht reicht

Wenn dich dieses Thema bewegt hat, findest du hier weitere Denkanstöße:

Bewusster leben in der zweiten Lebenshälfte

Klarheit finden ab 40 – Orientierung, wenn sich innerlich etwas nicht mehr stimmig anfühlt

Werte & Lebensgestaltung ab 40 – wenn sich deine inneren Maßstäbe verändern


Dein nächster Schritt

Wenn du spürst, dass du dich selbst im Alltag oft vergisst, dann schau dir gerne meinen Entscheidungs-Check für 0 EUR an.

Dort kannst du einen ersten Blick darauf werfen, welche Muster deine Entscheidungen im Alltag möglicherweise beeinflussen.

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Deine Kerstin

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